Unser Leben in der Externalisierungsgesellschaft

Note: The following post is a review of a german book, so it will be also in german.

Sind Mitfahrgelegenheiten nicht was tolles? Für eine bestimmten Zeitraum sich mit einer fremde Personen über Geschichten, Meinungen, Interesse etc. austauschen.
Ich erfuhr von einer Person wie Sie Ihr Leben umkrempelte nachdem Sie vom Krebs geheilt wurde, eine andere erzählte mir von Ihrer Reise aus Sri Lanka, von der Sie gerade zurückkam und nun auf dem Weg zu Ihren Eltern ist. Und eine weitere empfehlet mir diese Buch, nach einem Gespräch über unser heutiges Gesellschaftsbild.

Na dann versuche ich mich mal an einer Zusammenfassung von diesem besagten Buch: Neben uns die Sintflut von Stephan Lessenich.

Es ist uns hoffentlich allen klar, dass wir ein Gutes Leben und einen hohen Wohlstand in Europa haben. Was ich mir denke wenn Menschen von einem Lottogewinn hoffen ist, dass wir durch die Geburt hier bereits das große Los gezogen haben. Doch sollte uns auch folgendes im klaren sein. Im klaren wie wir (im Buch wird vom Globalen Norden geschrieben) dazu kamen und auch das dadurch die Anderen (der globale Süden) dafür hinhalten müssen. Ressourcen werden von außen bezogen oder wir holen uns Arbeitskraft für Dienstleistungen, die keiner von uns machen möchte.

Ein Beispiel: Das viele Futter für unsere gewaltige Tierzucht wird natürlich nicht in D angebaut, sondern wird zu meinst aus Argentinien bezogen, wo “[…]  mehr als 20 Millionen Hektar Ackerland – fast zwei Drittel der fruchtbaren Fläche de Landes, ein Gebiet von der Größe Großbritanniens oder Rumäniens – mit Sojapflanzen bedeckt ist.”,¹  schreibt Stephan Lessenich in seinem Buch. Weitere Beispiele von Shrimps Import, Palmöl Herstellung und Sand Handel folgen.

Und das alles ohne Risiken oder Nebenwirkungen? Schön wäre es. Bauern wird das Land abgenommen, um Platz für die großen Unternehmen zu machen. Ohne Arbeit und der Flucht in die Großstädte verarmen sie dort. Und für uns? Alles okay? Das oben beschrieben Soja ist beispielsweise schon lange kein natürliches Soja, sondern bereits Gen modifiziert und mit dem letztens so bekämpfen Glyphosat behandelt. Na dann Mahlzeit.

Aber das ist nicht alles, wie die Flüchtlingskrise, die schön versucht wird, an der außeneuropäischen Grenze abzublocken. Dies und vieles mehr wird sachlich und präzise beschrieben.

Einiges ist uns sicher auch selbst bewusst und der Autor schafft es in den 199 einen selbst zum Nachdenken anzuregen. Dies ist, was mir auch gut gefällt, man wird angeregt sich selbst eine Meinung zu bilden und was man damit anfängt/dagegen machen will. Mehr und nicht weniger ist auch sein Ziel:

“Es ging hier nicht darum, dem System oder den Leuten moralisches Versagen vorzuwerfen, der Externalisierungsgesellschaft die Leviten zu lesen […]. Eine kritische Sozialwissenschaft hingegen geht anders vor. Sie nutzt den Zeigefinger zum Zeigen und nicht zu Mahnen. Sie verweist auf Macht und Herrschaft statt auf Moral und Gewissen, benennt strukturelle Bedingungen statt ethischer Prinzipien, stellt die Selverständlichkeit von Alltagspraktiken bloß und nicht die Empathiefähigkeiten der Handelten in Frage.”¹

Ist es moralisch das es uns egal ist, was auf der anderen Seite der Welt aufgrund unserem Wohlstand und dem globalen Kapitalismus passiert? Sicherlich nicht. Aber, es passiert leicht sich im Meer von Angeboten von Coffee-2-Go Bechern zu verlieren.
Ich nehme mich selbst auch nicht raus, aus dieser endlos langen Kette von Einflüssen auf die Umwelt und den Mitmenschen. Jedoch kann man seinen Anteil mit Anpassungen extrem reduzieren und das ist auch unsere Pflicht. Schließlich haben wir ja auch das große Los gezogen.

¹Lessenich, Stephan: Neben uns die Sintflut, Die Externalisierungsgesellschaft und Ihr Preis, München, 2016

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