Tag 17-20: Endlich wieder zurück, aber etwas ist anders

Es geht wieder weiter. Langer genug war ich um ehrlich zu sagen zu Hause. Nachts habe ich auf der Terrasse auf meiner Luftmatratze und mit Schlafsack geschlafen. Nicht nur um mich später nicht wieder daran gewöhnen zu müssen, sondern weil ich die frische Luft, den freien Himmel über mir und die direkte nähe der Natur (auch wenn es nur der garten ist) genieße.

Vielen Dank an meine Mutter, die sich den Tag geblockt hat um mich dort hinzufahren wohin ich auch möchte. Ich war anfangs noch unschlüssig ob es über die Hohen Tauern gehen soll, aber habe mich dann für die von Höhenmetern niedrigere Route entschieden. Auf dem Weg blieben wir nochmals in Maria Alm stehen, wo vor zwei Wochen meine Schwester geheiratet hatte, und wir ein entspanntes und mit vielen tollen Momenten gefülltes Wochenende hatten.

Nach einem letzten stop und Gespräch in einem Cafe, ging es schlussendlich los für mich. Meine Füße waren etwas weich, da ich nicht viel getan habe, um meine Fitness zu halten, aber das kommt schnell wieder. Entspannt ging es gleich bergauf, wo ich hauptsächlich für die nächsten Tage über ca 1500m bleiben werden. Viel Platz zum Zelten und schöne Aussichten.

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Genauso wie mein Körper, brauchte auch mein Kopf einige Zeit, um sich wieder an die Ruhe/Einsamkeit, Freiheit/Unsicherheiten und dem fehlen an äußerlichen Stimulanzien zu gewöhnen. Es ist komisch, dass ich immer etwas Zeit brauche, um mich wieder darauf einzustellen. Der erste und zweite Tagen waren manchmal Zweifel da, warum ich eigentlich wieder los gehe? Ich wusste aus Erfahrung, dass die ersten Tage schwer sind, bis man quasi über den Berg der Zweifel hinüber ist und die weite Aussicht der Gefühle wie Bewusster auf seinem Körper und Geist zu hören kommen. Anfangs wehrt sich der Geist, wie der innere Schweinehund wenn man sich motivieren muss Laufen zu gehen.

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Die nächste waren ruhig, ich genoss das schlafen in der Natur und die Freiheit. Einige Wandertouristen kreuzten meinen Weg, nur mit wenigen gab es ein wirkliches Gespräch. Am dritten Tag, weiterhin hoch oben, lies ich mir mehr Zeit beim wandern und war weniger getrieben Kilometer zu machen. Ich merke gleich wie viel entspannter ich bin. Am Nachmittag ging es etwas ins Tal und ich passierte eine schöne alte Hütte, die eine kleines Menü auf einem Holzscheitel hat, mit hausgemachten Kaiserschmarren, den ich mir nicht entgehen lassen konnte. Ich durfte dann gleich noch mehrere der selbstgebrannten Schnäpse verkosten und nahm eine kleine Flasche für die anstehen Tour mit einer Freundin mit. 

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Am nächsten Tag treffe ich mich in Ramsau im Zillertal mit einer neuen Freundin, die ich in Guatemala kennengelernt habe. Sie war vor 2,5 Jahren wie ich ein Guide, und war für einen Monat zu besuch um Freunde zu treffen. Wir verstanden uns super und da sie mit dem Motorrad ins Stubaital fuhr, planten wir eine gemeinsame Tour. Per Zug kam sie zum Treffpunkt und den nächsten Abschnitt wanderten wir 3 Tage zurück in das Stubaital.

Ich wusste das es jetzt ziemlich lang in das Tal hinab ging und war mit meinen Gedanken wo anders und bog in das falsche ab. Nach einer Stunde merke ich den Fehler und hatte Glück, das ein Auto entgegenkam und mich zurückbringen konnte. Mein Ziel erreiche ich nicht mehr an dem Tag, auch weil ich mir Zeit lies und fand eine ruhige Stelle im Wald, wo es auch schien das nicht viele Leute wandern. Ich entschließ mich zu bleiben, auch wenn es erst 17Uhr war (normal wandere ich bis 19Uhr) und nutzte die Zeit zum lesen und schreiben. Die Zeit dafür ist leider nicht genug beim wandern, besonders wenn man eine längere Strecke plant.

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Es langen noch 30km vor mir und die Strecke ging hauptsächlich an einer Strasse entlang. Ich war nicht sofort drauf und dran per Anhalter zu fahren, aber ich wusste ich würde es nicht pünktlich schaffen und wollte auch noch etwas Zeit im Tal haben um Einkaufen zu gehen. Nach ein paar Stunden streckte ich ab und zu mal meinen Daumen raus bis jemand stehen blieb und mich sogar bis in das Tal fuhr. Da war ich nun früher als gedacht und ging erstmal entspannt mir Brotzeit und Proviant für den nächsten Abschnitt zu kaufen. Dieses mal konnte ich auch den Gelüsten nach Zucker und Schokolade Wiederstehen und kaufte nur gesundes (etwas stolz war ich da schon 😀 ). Ich dachte mir schon das es ein paar schöne Plätze am Ziller gibt und fand eine kleine Bucht mit Sand. Ich ging baden, wusch meine Kleidung und genoss die Sonne und das Mittagessen bis Rianne mit dem Zug ankam.

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Nach den ersten Tagen alleine freute ich mich riesig wieder jemanden zum wandern an meiner Seite zu haben. Rianne, die ebenfalls bei Quetzaltrakkers war und während meiner Zeit zu besuch da war ist in der Gegend und hat gleich zugesagt. Es geht vom Zillertal ins Stubaital, geplant 3 Tage aber es wurden dann doch zwei aus unterschiedlichen Umständen.

Da Madame vergessen hat umzusteigen, kam sie etwas später und wir haben entschiedne den 2000m in einen 800m Anstieg zu verkürzen und nahmen den Bus der Hoch zu einer Hütte fuhr. Von dort aus gingen wir am Nachmittag los, genossen das tolle Wetter und unglaubliche Aussicht. Es war gut das wir nicht die ganze STrasse stundenlang in der Hitze gehen müssen, da wir vor dem letzten Aufstieg auf den Gipfel das Zelt aufstellten und einen gemütlichen Abend haben. Dieser entpumpte sich aber zu einer kritischten Momente auf der gesamte Tour.

Klicke hier um zum nächsten Bericht zu kommen.

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