Clariden (CH)

Dear friend, this post will be in German since I am describing a trail in german speaking area. If you’re interested about that tour or hiking information around this area, feel free to contact me via email. I am happy to help you out 🙂

Falls ihr die Säntis Tour gelesen habt, wisst ihr, dass ich einen passenden Wanderkollegen gefunden habe (Lars, den ich auf dem PCT 2016 kennengelernt habe, wohnt nur 100km entfernt). Je nach Laune und Ziel ist es wichtig, mit jemanden zu wandern der einen ähnlichen Wanderstil hat. Sei es die Einstellung zu neuen Sachen, die Fitness oder einfach die Liebe zur Natur. Am besten kann man ihn jedoch so beschreiben. Da der PCT nur über Gebirgspässe führt, lies er mehrfach seinen Rucksack auf einem der Pässe liegen und stieg auf einen der angrenzenden Gipfel. Einfach nur um auf einem Gipfel zu sein!

Lars war zudem auch schon auf mehreren Hochtouren bzw. Gletscherwanderungen und hat mich, als seinen jungen Schüler aufgenommen 😀 Diese hier beschriebene Tour ist meine erste Hochtour, mit einer Gletscherüberquerung und anspruchsvollen Aufstieg. Falls du auch in den Baby-Hochtourschuhen steckst, kann ich dir diese Tour empfehlen, da Sie nicht zu anspruchsvoll ist, eine kurze Zeit über eine Gletscherzunge führt und die Aussicht einfach unbeschreiblich ist.
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Start: Parkplatz Klausenpass

Gessamtstrecke: 13.7km

Höhenmeter hoch: 1.400m

Dauer: ca. 8,5h (inkl. Pausen, Ausrüstung anlegen)

Gletscherüberquerung: knapp 400m

Externe Beschreibung mit GPS

 

Früh fuhr ich los, um Lars am Klausenpass zu treffen. Die fahrt durch das Walsertal hat die Vorfreude noch mehr ansteigen lassen. Die Straße hinauf zum Pass machte richtig Spaß und man erreicht bald den Urner Boden, welches das größte Hochtal in der Schweiz ist. Dies gehört nicht wie man meinen könnte zum Kanton Glarus, sondern bereits zum hinter dem Pass liegenden Kanton Uri.

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Urner Sage:
Lange gab eine einen Streit zwischen Urner und Glarner um die Zugehörigkeit des Urnen Bodens. Es heißt, das die beiden Gruppen jeweils einen Hahn auswählten. Sobald dieser am bestimmten Tag anfing zu krähen, ist es erlaubt vom Tal zum Urnen Boden zu steigen. Die ersten die ankamen, erhielten das Recht auf das Gebiet.
Die Glarner glaubten Ihren Hahn sehr gut pflegen und fleißig zu füttern. Die Urner waren im Gegensatz der Überzeugung, dass ein hungriger Hahn früh anfangen würde zu krähen. Und so geschah es am besagten Herbstmorgen der Urnen Hahn noch vor Dämmerung anfing zu krähen und die Urner los gingen. Die Glarner jedoch, standen auf, ohne gekrähe und warteten lange bis dieser anfing. Der Vorsprung der Urner war zu groß und erhielt somit das Anrecht auf den Urner Bonden.

Am Klausenpass angekommen gab es für Lars noch eine Überraschung. Seine Eltern, die in der Schweiz lebten, fuhren den Abend zuvor mit ihrem selbstgebauten Camper zum  Pass hinauf und begrüssten uns am morgen.

Der Aufstieg beginnt bei der Kapelle und führt östlich davon hinauf. Die ersten 2 KM gingen über Wanderwege, teils görel bergauf. Die erste Wand geht man auf der Ostseite hoch. Dann kamen bereits die ersten kleineren Schneefelder bis wir dann am Aufstieg vom Iswändli im Schnee standen.

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Blick zum Vorgipfel

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Vor dem Aufstieg des Iswändli legten wir die Steigeisen an und seilten uns aneinander.

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Oben angelangt befindet man sich dann auf Teilen des Gletschers. Von einigen Spalten waren die Konturen sichtbar, daher viel es leichter, die richtige Route zu wählen. Nachdem wir das kurze Stück überstanden haben, ging es den Vorgipfel hinauf.

Vor dem Aufstieg legten wir das Seil ab. Der Klettersteig ist komplett mit Ketten gesichert aber dennoch recht anspruchsvoll.

Nach knapp 4 Stunden erreichten wir den Gipfel. Um uns herum erstreckte sich das gesamte Walsertal und in der ferne war auch der höchste Berg im Gebiet, Tödi, zu sehen.
Das Wetter, anfangs leicht bewölkt, gewährte uns viel Sonnenschein. Um uns herum das Tal im Wolkenmeer.

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Nachdem wir die gesamte Schönheit der Landschaft und die Ruhe auf dem Gipfel genossen haben, ging es wieder zurück. Hinab lief es etwas leichter aus herauf. Nach dem Vorgipfel seilten wir uns wieder an um den Abschnitt der Gletscher sicher zu überqueren. Nach knapp 3h waren wir wieder zurück am Parkplatz, wo Lars seine Eltern auf uns gewartet haben und uns mit frischem Kaffee empfingen.

Vielen Dank an Lars, der mich mitnahm und mir eine erste Einführung in die Welt der Hochtouren gab. Es werden sicher noch weitere folgen. Danke auch an seine liebevollen Eltern, die uns mit frischen Kaffee und Kuchen empfingen und gewartet haben. Es war mir eine Freunde sie kennengelernt zu haben und ich weiß jetzt, wo Lars seine Abenteuerlust her hat 🙂
Und danke am Ende einfach für diese wunderschöne Landschaft und an die Gesundheit, dass mein Körper in der Lage ist, Berge zu erklimmen.

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